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Hecken in unserer Landschaft

Die vom Menschen angelegten Hecken wurden in früherer Zeit überwiegend als Rohstofflieferanten (Brennholz) und lebende Zäune genutzt. Heute sind in vielen Gegenden Deutschlands, aufgrund der oft großen Acker- und Grünlandflächen, kaum mehr Heckenstreifen zu finden, die eine Landschaft für den Betrachter so wohltuend untergliedern. Bei uns in Oberfranken gibt es sie noch in begrenztem Umfang, und sie dienen heute als wichtige Rückzugsorte für eine Gruppe von Gehölzpflanzen und für viele Tierarten.

 

Heckenpflanzen

Je vernetzter die Heckenstreifen eine Landschaft durchziehen und je mehr bei uns heimische Straucharten eine Hecke enthält, desto höher ist ihr ökologischer Wert. Am häufigsten finden wir Weißdorn- und Schlehenbüsche, aber erst die Durchmischung mit Hasel, Himbeere, Schwarzem und Rotem Holunder, Schneeball, Pfaffenhütchen, Brombeere, Wildrose oder anderen Arten bietet vielen Tieren Schutz und Nahrung. Begleiten Randsäume mit Gräsern und Blütenpflanzen die Hecke, bietet sie für besonders viele Arten gute Lebensbedingungen.

 

Tiere der Hecke

Für uns am leichtesten zu beobachten sind die Vogelarten, die auch gern im dichten Gebüsch ihre Nester bauen. Hierzu gehören verschiedene Grasmückenarten, aber auch Buchfinken und Grünfinken, Fitis, Zilpzalp, Rotkehlchen, Neuntöter, Drosseln und Meisen. In der Laubstreu lebende Insekten und Bodentiere bieten für die Vogelbrut bestes Futter. Für die Vogelarten, die in der kalten Jahreszeit bei uns bleiben, sind besonders die Früchte, Beeren und Nüsse der Heckensträucher eine wichtige Nahrungsquelle.

Auch viele andere Tiere brauchen die Hecke als Lebensraum. Mäuse, Igel und verschiedene Schmetterlingsarten sind auf Hecken angewiesen. Hase, Fuchs, Rebhuhn und Turmfalke finden hier Deckung und Nahrung. Ist ein Gewässer in der Nähe nutzen Amphibien (Grasfrösche u. Erdkröten) und Reptilien, Bergeidechse, Ringelnatter und Blindschleiche die Hecke als Landlebensraum und Winterversteck.

Ein gut strukturierter und gepflegter Heckenverbund kann inmitten unserer landwirtschaftlich genutzten Flächen ein wichtiger Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt sein. Der Landwirt gewinnt durch Hecken Erosions- und Windschutz für seine Felder und hat weniger Probleme mit Schadinsekten und Mäusen.

 

Pflege der Hecke

Hecken sind vom Menschen angelegte Strukturelemente und benötigen Pflege. Damit die Sträucher im unteren Bereich durch Verzweigung dicht bleiben, müssen sie alle paar Jahre kräftig zurückgeschnitten werden. Dabei werden eingestreute Bäume (z.B. Wildapfel oder Vogelkirsche) oder Gehölze, die keinen Stockaustrieb haben (z.B. Pfaffenhütchen) geschont. Der Rückschnitt darf nur in der kalten Jahreszeit und abschnittweise erfolgen, damit der größere Teil des Lebensraumes für die Mitbewohner ungestört bleibt.

© Text und Fotos: Hannelore Buchheit